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Malteser in Kleve

Zum Tag der Ersten Hilfe am 9. September: Interview mit zwei Malteser Schulungskoordinatoren

09.09.2017
Ein außergewöhnliches Malteser Paar: Britta Baving-Schröder und Falk Schröder koordinieren ehrenamtlich Erste-Hilfe-Schulungen.

Britta Baving-Schröder (35) und Falk Schröder (34) sind ein außergewöhnliches Malteser Paar. Beide koordinieren als ehrenamtliche Leiter Ausbildung die Erste-Hilfe-Schulungen in ihrer Ortsgliederung. Britta Baving-Schröder am Malteser Standort in Rheine und Falk Schröder in Ochtrup. Zum Tag der Ersten Hilfe traf sich Malteser Diözesanpressereferentin Jennifer Clayton mit den beiden zum Gespräch - und lernte dabei unter anderem, warum Erste Hilfe so wichtig ist und dass im Notfall viele trotzdem nicht wissen, was zu tun ist. Vor allem erfuhr sie aber auch, wie viel Arbeit hinter der Planung und Koordination der Lehrgänge steckt.  

Hallo Britta, hallo Falk. Ihr seid ein außergewöhnliches Malteser Paar. Habt Ihr beiden Euch eigentlich auch bei den Maltesern kennengelernt?

Falk (lächelt): Ja. Britta ist damals bei mir als Praktikantin auf dem Krankenwagen mitgefahren. So haben wir uns kennengelernt. Das ist jetzt schon 9 Jahre her. Mittlerweile sind wir verheiratet und haben einen gemeinsamen Sohn.

Ihr übernehmt beide die gleiche Funktion in unterschiedlichen Ortsgliederungen. Lernt Ihr voneinander und gebt Ihr Euch gegenseitig Tipps?

Britta: Ja, klar. Manchmal schreiben wir zum Beispiel die Kurs-Bescheinigungen zusammen. Ich bin froh, dass wir beide im gleichen Verein sind. So weiß der andere genau, womit sich der andere beschäftigt. Das fördert das gegenseitige Verständnis – gerade, wenn mal wieder viel ansteht und nicht ganz so viel Zeit für den Partner bleibt.

Was gehört zu Euren Aufgaben als ehrenamtliche Leiter Ausbildung?

Britta: Wir telefonieren mit Kunden und nehmen Kursanfragen entgegen. Dann gehen wir in die Planung des Kurses. Wir kümmern uns um die Fortbildungen unserer Ausbilder und halten im Blick, dass alle ihre Pflichtfortbildungsstunden absolvieren. Ab und zu springen wir selbst ein, wenn ein Ausbilder zum Beispiel krank wird. Wir halten das gesamte Material der Breitenausbildung in Schuss, tragen alle Daten in unsere Datenbank ein, kümmern uns um das Erstellen der Teilnehmerbescheinigungen und um Abrechnungen mit der Berufsgenossenschaft.

Das klingt nach viel Arbeit – und das alles rein ehrenamtlich.

Falk: Unsere Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich arbeite bei der Ärztekammer. Wenn ich mich den ganzen Tag über beruflich mit der Planung von Fortbildungen für Ärzte und medizinische Fachangestellte beschäftigt habe, komme ich nach Hause, klappe oft den Laptop auf und mache das Ganze nochmal ehrenamtlich für die Malteser. Das ist nicht immer einfach, aber ich mache es sehr gerne! Vor allem werde ich aber auch hervorragend durch unseren Diözesanausbildungsreferenten unterstützt. Das hilft unglaublich und klappt richtig gut!

Welche Kompetenzen habt Ihr durch Eure ehrenamtliche Tätigkeit erlangt?

Falk: Ich arbeite ja – wie gesagt - bei der Akademie für medizinische Fortbildungen der Ärztekammer. Dabei hilft mir meine ehrenamtliche Tätigkeit ungemein. Dass ich ehrenamtlich Kurse koordiniere, kam in der Vergangenheit natürlich auch bei Bewerbungen gut an. Auch gewinnt man viele Kompetenzen durch die Tätigkeit als Ausbilder. Man wird bei den Maltesern super qualifiziert und ausgebildet, das bringt einen auch persönlich und beruflich weiter. 

Warum ist Erste Hilfe so wichtig?

Britta: Bei einem Notfall ist Überleben nicht selten ein Wettlauf gegen die Zeit. Dabei ist Erste Hilfe kinderleicht: Allein durch die richtige Lagerung und Betreuung eines Betroffenen, durch das Anlegen eines Druckverbands oder durch die Herzdruckmassage kann Leben gerettet werden.

Warum helfen viele Menschen nicht, wenn sie Zeuge eines Notfalls werden?

Britta: Ich glaube, dass Unwissen und Angst da eine große Rolle spielen. Die Sorge, man könnte etwas falsch machen. Bei vielen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs ja bereits Jahrzehnte zurück. Ich finde, dass die regelmäßige Teilnahme an Erste-Hilfe-Kursen und –Trainings Pflicht sein sollte. Bei uns in Deutschland ist das leider noch immer ein Tabuthema. Viele verdrängen den Gedanken an einen Notfall und haben Berührungsängste.

Falk: Ich fahre morgens immer mit dem Zug zur Arbeit nach Münster. Einmal wurde eine junge Frau mit Down-Syndrom im Abteil plötzlich bewusstlos. Und die Leute standen einfach nur rum, keiner machte was. Als ich der Frau geholfen habe, waren zwar alle sehr dankbar und brachten mir viel Respekt entgegen – ich fand trotzdem erschreckend, dass niemand außer mir bereit war, der Frau zu helfen. 

Nehmen denn viele Menschen aus eigenem Interesse an einem Kurs teil?

Falk: Das kann ich leider nicht bestätigen. Als ich bei einem Erste-Hilfe-Kurs in der letzten Woche die Teilnehmer fragte, warum sie an dem Lehrgang teilnehmen, antworteten alle: „Weil ich die Bescheinigung für die Arbeit oder für den Führerschein brauche.“ Das finde ich enttäuschend. Warum machen so wenige Leute einen Erste-Hilfe-Kurs aus eigenem Interesse? Unser Ziel ist es, die Menschen vom „Müssen“ zum „Wollen“ zu motivieren.

Britta: Viele Leute verdrängen, dass ein Notfall immer und überall passieren kann. Sie denken einfach nicht weiter darüber nach und wollen sich nicht mit diesem Thema auseinandersetzen.

Was wünscht Ihr Euch für die Erste-Hilfe-Ausbildung in Rheine bzw. Ochtrup?

Britta: Mehr Ausbilder! Wir suchen dringend Ausbilder, die auch unter der Woche Kurse geben können. Wir haben viele Anfragen, die wir fast schon gar nicht mehr bedienen können. Das Potenzial ist groß, uns fehlen aber Leute.

Falk: Wir haben das gleiche Problem. Viele unserer Ausbilder sind auch im Bereich des Sanitätsdienstes aktiv. Wenn große Einsätze anstehen, leisten sie dort den Sanitätsdienst – und fehlen mir als Ausbilder in der Erste-Hilfe-Ausbildung. Auch ich würde mich gerne mehr in den Einsatzdiensten einbringen. Das ist aber nicht so einfach, weil ich dann den Ausbildungsbereich vernachlässigen würde. Fakt ist: Wir brauchen mehr Helfer und mehr Entlastung. Die vielen Aufgaben müssen auf mehr Schultern verteilt werden. Dabei ist es unsere Stärke, Leute zusammenzubringen, die sonst nicht zusammenkommen würden.

Welche Voraussetzungen sollten neue Erste-Hilfe-Ausbilder mitbringen?

Britta: Als Ausbilder vermittelt man anderen Menschen, kompetent und einfühlsam zu helfen, um bei einem Notfall schnell handeln zu können und vielleicht sogar Leben zu retten. Wer also Freude daran hat, andere in Erste-Hilfe-Themen auszubilden, Wissen zu vermitteln und sich aktiv einbringen möchte, soll gerne Kontakt zu uns aufnehmen.

Kontakt: ausbildung(at)malteser-ochtrup(dot)de, ausbildung(at)malteser-rheine(dot)de
Infos und Kursbuchungen: www.malteser-kurse.de

 

 

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